Gabor Steingart

Zur Person

Gabor Steingart, Jahrgang 1962, ist Journalist & Buchautor mit unternehmerischem Ehrgeiz.
Steingart studierte Politik und Volkswirtschaftslehre und absolvierte die Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Seine Karriere begann er als Reporter der WirtschaftsWoche, bevor er 1990 mit 28 Jahren zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ wechselte. Seine dortige Arbeit begann er im Leipzig der Wendezeit, später als Wirtschaftskorrespondent in Bonn. Danach war er sechs Jahre lang Ressortleiter Wirtschaft in Hamburg und leitete ebenfalls sechs Jahre das „Spiegel“-Hauptstadtbüro in Berlin. Im Sommer 2007, zu Beginn des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes von Barack Obama vs. John McCain, ging er als Büroleiter nach Washington D.C.. Im Frühjahr 2010 kehrte er als Chefredakteur des Handelsblatts zurück nach Deutschland, bevor er knapp drei Jahre später zu dessen Herausgeber und als Vorsitzender der Geschäftsführung der Handelsblatt Media Group berufen wurde. Sein täglicher „Morning Briefing“-Newsletter, in dem er jeden Morgen um 6:00 Uhr präzise und pointiert das aktuelle Welt- und Wirtschaftsgeschehen zusammenfasste, erreichte rund 700.000 Abonnenten – 500.000 in deutscher und 200.000 in englischer Sprache. Steingart hält eine 5-Prozent-Beteiligung an der Handelsblatt Media Group.
Er hat neun Bücher veröffentlicht, sieben davon schafften es in die „Spiegel” Bestsellerliste. Nach Veröffentlichung von „Deutschland – der Abstieg eines Superstars“ im Frühjahr 2004 wurde Steingart zum „Wirtschaftsjournalist des Jahres“ gewählt. Das Buch lieferte die Idee für den ZDF-Dreiteiler „Der Fall Deutschland“, der von Stefan Aust und Claus Richter im Jahr 2006 verfilmt wurde und den Deutschen Fernsehpreis gewann.
Das im Frühjahr desselben Jahres veröffentlichte Globalisierungsbuch „Weltkrieg um Wohlstand“ ist mittlerweile in 20 Staaten erschienen, darunter in China, den Arabischen Emiraten und in überarbeiteter Fassung 2008 in den USA. Ex-Außenminister Henry Kissinger nannte es einen „Realitätscheck für Amerika, präzise und packend geschrieben“. Für die „Spiegel”-Titelgeschichte zum Buch wurde Steingart mit dem Helmut Schmidt-Journalistenpreis 2007 ausgezeichnet. Die Jury meinte: „Steingart setzt Themen gegen die Oberflächlichkeit”. Zuletzt sind seine Bücher „Unser Wohlstand und seine Feinde” (2013), „Weltbeben – Leben im Zeitalter der Überforderung“ (2016) sowie „Kopf hoch, Deutschland: Mit dem Morning Briefing durch stürmische Zeiten“ im Herbst 2017 erschienen.
Für seine journalistische Tätigkeit wurde Steingart mit vielen Preisen ausgezeichnet, unter anderem wurde er für seine Arbeit als Chefredakteur des Handelsblatts von einer unabhängigen Jury des Fachmagazins Horizont zum „Medienmann des Jahres 2012“ gekürt. Das Handelsblatt wurde 2017 zudem von einer international besetzten Jury mit dem European Newspaper Awards als „European Newspaper of the Year“ ausgezeichnet. Die öffentliche Ehrung findet in Kürze in Wien statt.
Seit der Trennung von Dieter von Holtzbrinck arbeitet Steingart bis zur rechtlichen Klärung von Arbeitsverhältnis und Beteiligungsbeziehung als freier Journalist, Buchautor und Redner. Nach Klärung der rechtlichen Fragen wird Steingart das Morning Briefing in eigener Regie weiterführen.


Goodbye Handelsblatt. Welcome Future.

© lightwise/123rf.com

Nach sieben Jahren äußerst erfolgreicher und freundschaftlicher Zusammenarbeit haben sich Handelsblatt-Verleger Dieter von Holtzbrinck und der Vorsitzende der Handelsblatt-Geschäftsführung, Gabor Steingart, der zugleich auch Herausgeber des Handelsblatts war, auf eine Beendigung ihrer beruflichen Partnerschaft verständigt. Hier der Text der offiziellen Presseerklärung:

Zwei Gründe sind hierfür entscheidend. 1. Differenzen in wesentlichen gesellschaftsrechtlichen Fragen. Hinzu kam 2. eine – nicht generell, aber im Einzelfall – unterschiedliche Beurteilung journalistischer Standards. Beide Seiten bedauern die Trennung, wollen aber den freundschaftlichen Kontakt aufrechterhalten und schließen eine andere Form der Zusammenarbeit in der Zukunft nicht aus. Das Handelsblatt Morning Briefing wird wie gewohnt weiter erscheinen. Darüber hinaus wird Gabor Steingart in eigener Eigentümerschaft sein eigenes Morning Briefing an die mittlerweile rund 700.000 Abonnenten als unabhängige journalistische Stimme herausgeben.

Zur Trennung sagt Dieter von Holtzbrinck: „Das Multitalent Gabor Steingart hat in wenigen Jahren zunächst das Handelsblatt, danach die gesamte Handelsblatt Gruppe auf großartige Weise weiterentwickelt und erneuert, was höchsten Respekt und größten Dank verdient. Dabei hat sich der preisgekrönte und breit gebildete Publizist als äußerst kreativer und dynamischer Unternehmensstratege gezeigt, als mutiger und charismatischer Führer. So wurde aus der altehrwürdigen Verlagsgruppe Handelsblatt eine auf vielen Medienkanälen marktführende Handelsblatt Media Group. Diesen erfolgreichen Weg werden wir mit Kraft und Begeisterung weitergehen.“

Gabor Steingart: „Dieter von Holtzbrinck ist ein wunderbarer Mensch und erfahrener Verleger, dessen Geduld ich über so viele Jahre nicht nur strapaziert, sondern oft genug auch überstrapaziert habe. Dass unsere dennoch – oder deshalb? – so erfolgreiche Zusammenarbeit jetzt abrupt endet, lässt uns beide nicht unberührt.”


Leserkommentare:

Einige Leserkommentare zu Berichten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dem Handelsblatt, dem Spiegel, der Süddeutschen Zeitung, der Welt und der Zeit finden Sie hier: Leserkommentare lesen


Pressestimmen:

Der Spiegel (8/2018)
Im Kampfe: Karrieren „Handelsblatt“-Herausgeber Gabor Steingart hatte ehrgeizige Expansionspläne und wollte dafür Millionen von seinem Verleger Dieter von Holtzbrinck. Der warf ihn lieber raus.
Artikel als PDF lesen

MEEDIA (09.02.2018)
„Differenzen in wesentlichen Fragen“: Was Verleger Dieter von Holtzbrinck über die Trennung von Gabor Steingart sagt
Nach einer Spiegel-Exklusivmeldung von Donnerstag wucherten die Spekulationen, nun ist es Gewissheit: Gabor Steingart, Herausgeber und Vorsitzender der Geschäftsführung des Handelsblatts verlässt das Unternehmen.
Artikel bei www.meedia.de lesen

Süddeutsche Zeitung (09.02.2018)
“Handelsblatt”-Herausgeber Gabor Steingart geschasst
Steingart beschäftigt sich in seinem Newsletter mit Martin Schulz – und muss gehen.
Artikel bei www.sueddeutsche.de lesen

Bild.de (09.02.2018)
Mitarbeiter stellen sich hinter “Handelsblatt”-Chef
Führende Mitarbeiter der Verlagsgruppe Handelsblatt stellen sich nach BILD-Informationen hinter den abberufenen Herausgeber und Geschäftsführer Gabor Steingart (55, „Morning Briefing“).
Artikel bei www.bild.de lesen

Turi2 (09.02.2018)
Hinter Gabor Steingart tut sich ein Abgrund auf
Der Himmel über Düsseldorf verdüstert sich: Junior-Verleger Gabor Steingart verlässt die Handelsblatt Media Group, Senior-Verleger Dieter von Holtzbrinck hat jetzt ein Problem. Ein Kommentar von Peter Turi.
Artikel bei www.turi2.de lesen

Handelsblatt (12.02.2018)
In eigener Sache: Gabor Steingarts Ära beim Handelsblatt endet
Nach über sieben Jahren verlässt der Herausgeber und Geschäftsführer die von ihm entscheidend mitgeprägte Verlagsgruppe. Ein Rückblick.
Artikel bei www.handelsblatt.com lesen

Die Welt (10.02.2018)
Geschichte einer Entfremdung
Gabor Steingart gehört zu den einflussreichsten Journalisten des Landes. Seit 2013 ist er Chef der Verlagsgruppe Handelsblatt in Düsseldorf, mit dem „Handelsblatt“ und der „Wirtschaftswoche“ als den wichtigsten Titeln. Doch nun soll eine Geschichte über einen „perfekten Mord“, den Martin Schulz an Sigmar Gabriel begehen wolle, Steingart zu Fall gebracht haben.
Artikel bei www.welt.de lesen

Handelsblatt (12.02.2018)
In eigener Sache: Unabhängigkeit als höchstes Gut
Gabor Steingart verlässt das Handelsblatt. Auch ohne ihn steht die Verlagsgruppe weiter für unabhängigen und kritischen Journalismus, schreibt Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe.
Artikel bei www.handelsblatt.com lesen

werben & verkaufen (12.02.2018)
So äußert sich Sven Afhüppe zu Gabor Steingart
Handelsblatt-Chefredakteur Sven Afhüppe bekennt sich im Morning-Briefing zu seinem bisherigen Chef Steingart und damit gegen die Holtzbrinck-Entscheidung
Artikel bei www.wuv.de lesen

HORIZONT (15.02.2018)
Der verlorene Ziehsohn
Über die Strategie waren sich Dieter von Holtzbrinck und Gabor Steingart noch einig, aber nicht mehr übers Tempo. Das reichte zur Trennung – weil es auch menschelte.
Artikel als PDF lesen