Die Philosophin Svenja Flaßpöhler im Gespräch
 

Gabor Steingart - Das Morning Briefing
30.05.2019
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Guten Morgen,
„die Prinzipien der Gerechtigkeit werden hinter dem Schleier des Nichtwissens entschieden“, schrieb einst der Ethiker John Rawls. Gemeint ist: Nur, wer von seinen eigenen Bedürfnissen absieht, und die Gesellschaft in Unkenntnis seiner Position betrachtet, kann allgemein gültige Grundsätze des gerechten Zusammenlebens entwickeln.
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Diese These bildet den roten Faden für das Gespräch mit der Philosophin Dr. Svenja Flaßpöhler, das ich Ihnen heute Morgen anbieten möchte. Die Chefredakteurin des „Philosophie Magazin“ kommt darin auf eine wichtige Form der Gerechtigkeit zu sprechen: die Leistungsgerechtigkeit. Svenja Flaßpöhler sagt:
Ich wünsche mir vertikale Spannung. Das heißt: Sich von oben ziehen und nicht von hinten schieben zu lassen. Natürlich geht es dabei um Selbstermächtigung, also darum, die Menschen zu ertüchtigen, ihr Potential auszuleben.“
Ich bin dagegen, Menschen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen zu infantilisieren.“

In einer globalen Welt, die voller Ungerechtigkeiten steckt und immer neue hervorbringt, erinnert sie uns daran, die Grenzen der eigenen Verantwortung zu erkennen:

Wir fühlen uns ganz schnell für alles Mögliche verantwortlich. Das führt zu einer grandiosen Überforderung. Natürlich muss man auch betroffen und berührt sein – aber in der Verantwortung ist die Antwort enthalten. Und darin steckt eine urphilosophische Frage: Wo endet die Verantwortung?
Ich lade Sie ein, diesem Gespräch zu folgen, um damit besser ausgerüstet an der großen Gerechtigkeitsdebatte in Deutschland teilnehmen zu können. Ich wünsche Ihnen einen schwungvollen Start in den Feiertag. 

Es grüßt Sie auf das Herzlichste Ihr

Gabor Steingart
Journalist & Buchautor