Mittwoch, den 20.1.2010
Gibt es Neues aus dem düstersten Kapitel deutscher Geschichte zu berichten? Es gibt. Der amerikanische Historiker Jeffrey Herf, Professor an der Maryland University, hat soeben ein aussergewöhnliches Buch veröffentlicht. Es heisst “Nazi Propaganda for the Arab World” und beschreibt die Anstrengungen der Hitler-Regierung die Muslime im Mittleren Osten für ihre Ziele zu gewinnen. Was kaum einer vorher wusste: Das Propagandaministerium hat in Millionenauflage Zeitschriften für diese Zielgruppe gedruckt und tausende von Stunden im Radio gesendet.
Jeff hat dieses Material gesichtet und ausgewertet. Sein Buch beschreibt die ungewöhnlichste und zugleich unappetlichste Koalition der jüngeren Weltschichte. Ein historischer Thriller!
Montag, den 18.1.2010
Der Fall der Möwenpick-Spende an die FDP zeigt einmal mehr: Privates Geld hat in der Politik nichts zu suchen. Es gibt keinen Spender, der ohne Hintergedanken seine Millionen weggibt. Die Namen wechseln – in der Industriegesellschaft war es Flick, in der heutigen Dienstleistungsgesellschaft ist es Möwenpick- aber das Interesse, Politik zum eigenen Vorteil zu beeinflussen bleibt. Selbst wenn unsereins in der Kirche spendet hat er ja den Hintergedanken, es möge den lieben Gott milde stimmen. Der liebe Gott ist unbestechlich, so vermutet man jedenfalls. Bei der FDP kann man sich da nicht so sicher sein.
Ein Jahr Obama – vom 19.01.2010
Der einsame Präsident
Barack Obamas Magie wirkt nicht mehr. Seine Anhänger, die dem Versprechen von Hope und Change geglaubt haben, sind desillusioniert: Der Präsident hat es in seinem ersten Jahr nicht geschafft, die Wirklichkeit der USA zu verändern. Heute erregt er statt Begeisterung ein anderes Gefühl – Mitleid.
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Friedensnobelpreis für Obama – vom 10.12.2009
Falscher Preis zur falschen Zeit
Selten hat ein Staatsmann so klug über Krieg und Frieden gesprochen wie Barack Obama in Oslo. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an den US-Präsidenten könnte sich dennoch als Fehler erweisen. Verdient haben die Auszeichnung in Wahrheit andere – vorneweg ein deutscher Kanzler.
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Der neue Westerwelle – vom 06.11.2009
Goodbye Guido
Ein ganz anderer Westerwelle zu Gast bei Hillary Clinton: Der Antrittsbesuch des neuen Außenministers im Weißen Haus und im State Department war in Wahrheit ein Abschiedsbesuch.
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DIE GESTOHLENE DEMOKRATIE
Taschenbuch-Ausgabe von “Die Machtfrage”
Das Wahl-Buch´09
Verlag: Piper München
Brochiert, 210 Seiten
August 2009
Bonn, Berlin, Washington: SPIEGEL-Mann Gabor Steingart kennt den politischen Betrieb wie nur wenige Journalisten. Pünktlich zum 60. Geburtstag der Bundesrepublik unterzieht er die bundesdeutsche Demokratie einer Analyse. In “Die gestohlene Demokratie” – die Taschenbuchausgabe des Bestsellers “Die Machtfrage. Ansichten eines Nichtwählers” – beschreibt er die demokratische Leidenschaft der frühen Jahre und den sich beschleunigenden Niedergang der Volksparteien. Vor dem Hintergrund der aktuellen Weltwirtschaftskrise beurteilt er die Kanzlerkandidaten und berichtet von der Entfremdung zwischen Wählern und Gewählten. Sein Befund: Die Demokratie in Deutschland ist erstarrt. Die Parteien, deren Mitgliederzahlen sich seit den 70er Jahren halbiert haben, sind nicht mehr repräsentativ für das Volk, das sie führen. Sie fremdeln mit der Lebenswirklichkeit. weiterlesen 