06.04.2010
Amerika: Time to say Good-bye
Montag, den 29. März 2010
Heute ist der Abend des Abschieds gekommen. Wir laden gute Freunde und Wegbegleiter zu einer „Farewell Reception“. Unter den Gästen befindet sich der Deutsche Botschafter in Amerika, Dr. Klaus Scharioth, Stephan von Stenglin aus dem Vorstand des Weltwährungsfonds, der Finanzchef der US-Army unter George W. Bush, Peter Kunckel, und John Rogers aus dem State Department, der demnächst als Experte für Wirtschaftsfragen in die US-Botschaft nach Berlin wechselt. Aber auch zahlreiche journalistische Wegbegleiter haben den Weg in die M-Street-Bar „MeAndYou“ gefunden: Darunter mein Freund und Vorbild Peter Ross-Range, der einst als Time Magazine Korrespondent in Berlin dabei war als Benno Ohnesorg erschossen wurde und später dann aus dem umkämpften Vietnam berichtete.
Es wird höchste Zeit, das die Steingart Familie das Land verlässt, sage ich in meiner kurzen Abschiedsrede. Die Amerikanisierung der Familie sei bereits weit fortgeschritten. Der jüngste Sohn besitzt nicht mal einen deutschen Pass, die älteste Tochter singe schon am Frühstückstisch „This Land is my Land“ und die mittlere Tochter gibt in der Schule als Berufswunsch an, sie wolle Soldatin werden. Nur die Eltern tun sich zuweilen schwer mit dem Gastland, zum Beispiel seinen Waffengesetzen.
Die Spiegel-Redaktion in Berlin hatte meiner Frau Andrea und mir vor drei Jahren zum Abschied einen Schiesskurs in Virgina geschenkt, „Waffe und Munition eingeschlossen“. Der Gutschein blieb hinter Glas, Andrea reichte ihn nun an meinen Nachfolger in Washington weiter, mit der Bitte davon keinen Gebrauch zu machen. Möge dem Schiesskurs ein Leben als „Wanderpokal“ von Spiegel-Korrespondent zur Spiegel-Korrepondent beschieden sein. Ich wünsche Markus Feldenkirchen allen erdenklichen Erfolg als neuer Bürochef.









