23.01.2010
Vorsicht. Dieses Interview ist ein Kunstprodukt
Samstag, den 23.1.2010
Angela Merkel bekommt den Medienpreis 2009 verliehen. Wofür eigentlich? Ihre öffentlichen Erklärungen sind meist bürgerunfreundlich, weil sie dann nicht Deutsch, sondern Parteichinesisch spricht. Ihre Interviews lesen sich sperrig, weil Sie nachträglich eine Oberamtsrats-Sprache hineinredigiert.
Alle Interviews werden den Politikern in Deutschland zum Authorisieren vorgelegt – anders als in Amerika, wo das als Betrug am Leser gilt. Dort gilt das gesprochene Wort. Beim Spiegel haben wir schon oft darüber nachgedacht, Merkel-Interviews nicht mehr zu drucken. Bundeskanzler Gerhard Schröder korrigierte meist nur Kleinigkeiten. Sie erfindet ganze Interviewpassagen neu. Eigentlich müsste man ihre Interviews mit einem Warnhinweis versehen: Vorsicht. Dieses Interview ist ein Kunstprodukt. Es enthält sprachliche Zusatzstoffe.







